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Blog Angst

Angst

Wir befinden uns kurz vor Quartalsende. Ich bin bei meinem Kunden, einem amerikanisch geführten Unternehmen. Obwohl ich aus Erfahrung schon weiß, was mich erwartet wenn ich zu solch einem Zeitpunkt das Großraumbüro betrete, bin ich jedes Mal wieder aufs neue sprachlos und fast schon schockiert. 20 junge, dynamische und motivierte Mitarbeiter registrieren nicht, dass ich mit einem freundlichen „Guten Morgen“ an ihnen vorbeilaufe. Jeder sitzt verkrampft und vertieft vor seinem Rechner. Der Quartalsabschluss steht an, Zahlen-Daten-Fakten stehen im Raum und sind so dominant und erdrückend. Der ganze Raum scheint mit Angstschweiß gefüllt zu sein.

ANGST vor einem Gespräch mit dem Vorgesetzten

Mein Gefühl wird bestätigt, als kurz vor Kursbeginn ein Teilnehmer auf mich zukommt und mir erklärt, dass er eigentlich gar nicht da sei und auch gleich wieder gehen wird. Sein Gesichtsausdruck ist ängstlich/panisch – von seiner Körpersprache ganz zu schweigen. Er erklärt mir weiter, dass ein wichtiges Quartalsgespräch mit seinem Vorgesetzten ansteht, auf das er sich noch vorbereiten muss. Er brütet schon seit zwei Stunden darüber und kommt nicht weiter. Er fürchtet sich vor diesem Gespräch und will keine Fehler machen.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich kann ihn glücklicherweise davon überzeugen, dass ihm eine „bewegende“ Auszeit von 45 Minuten genau JETZT gut tun würde! So gehen wir mit vielen Überkreuz- und Konzentrationsübungen in die gemeinsame Bewegung. Langsam entspannen sich seine Gesichtszüge, ich kann sogar ein Lächeln auf seinen Lippen erkennen.

Woher kommt die ANGST in unserem Gehirn?

Eines der wichtigsten Hirnareale ist die Amygdala – Angstzentrale oder auch Alarmanlage genannt. Das Gehirn nimmt über unsere Sinnesorgane alle Informationen auf und leitet diese an unsere Amygdala weiter. Diese analysiert (gefährlich oder nicht gefährlich) und leitet notfalls lebenswichtige Reaktionen ein. Sehr aktiv ist diese Alarmanlage, wenn wir Angst haben.
Die Amygdala sitzt in unserem emotionalen Gehirn, dem limbischen System. Dinge, die hier passieren, passieren im Unterbewusstsein. Wir können es auch unser „Bauchgefühl“ nennen, das jeder von uns kennt! Denken und Handeln ist hier nicht möglich! Nur ein Gefühl für etwas haben, es beschreiben können, jedoch nicht handeln können. Um handeln zu können brauchen wir unsere Großhirnrinde.
Angst blockiert uns so, dass es das Gehirn nicht schafft die Großhirnrinde zum Denken einzuschalten. Cortisol, unser Stresshormon übernimmt die „Macht“ und blockiert uns komplett.

Was macht die BEWEGUNG mit der Angst?

Ganz einfach und simpel gesagt: Durch Bewegung wird das Stresshormon abgebaut und die Glückshormone aufgebaut. Das Gehirn ist klar und neutral. So auch bei meinem Kunden im oben genannten Beispiel.

Und … wie war das Gespräch?

Eine Woche später erzählte mir mein Kunde freudestrahlend von seinem Gespräch. Er berichtete, dass er nach unserer „Bewegungs-Pause“ völlig klar und strukturiert denken konnte. Innerhalb kürzester Zeit hatte er das anstehende Gespräch mit seinem Vorgesetzten vorbereitet und ging positiv denkend und selbstsicher in die befürchtete „Konfrontation“. Diese positive Haltung kam beim Gegenüber sehr gut an und so verlief das Gespräch wie von meinem Kunden erhofft sehr gut. Seither muss ich ihn nicht mehr davon überzeugen wie gut und wichtig die Bewegung ist, trotz Stress, Druck und sonstigen unangenehmen Dingen die es immer zu bewältigen gibt.
Er hat am eigenen Leib gespürt, dass nach der Bewegung alles etwas leichter, entspannter und auch schneller geht.