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Blog Buchstabensalat

Buchstabensalat

Gestern hat mich ein aufmerksamer Leser meiner Facebookseite darauf hingewiesen, dass mir bei der Beschreibung von 3f Bewegungstraining ein Schreibfehler unterlaufen ist.

Ich hatte anstelle GEHIRN – GEHRIN geschrieben.

Ein ganz klassischer Buchstabenverdreher, den ich trotz vorherigem Lesen nicht bemerkt hatte.
Im ersten Moment war mir das total peinlich, fand es jedoch wenig später sehr spannend, weil ich genau mit diesem Beispiel in meinen Vorträgen arbeite. Ich lasse einen Teilnehmer den obenstehenden Text, der bereits seit mehreren Jahren durch das Netz geistert, laut vorlesen. Ein wichtiger Hinweis vorab, es handelt sich immer um erwachsene Teilnehmer. Und … es funktioniert immer!!! Wie kann das sein?

Warum können wir diesen Buchstabensalat lesen?

Hierfür ist mein Lieblings-Gehirnareal zuständig, nämlich der sogenannte Hippocampus, die Gedächtniszentrale unseres Gehirns. Der Hippocampus ist sozusagen die zentrale Sammelstelle aller Informationen. Er ist dafür zuständig, Dinge zu verarbeiten und vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis zu transportieren. Hier hat unser Gehirn jederzeit die Möglichkeit, diese Informationen abzurufen.
Das ist der Grund, warum dieses „Spiel“ mit dem Buchstabensalat funktioniert. Es handelt sich hierbei um bekannte und gebräuchliche Wörter, die jeder von uns relativ oft liest und somit in seiner Gedächtniszentrale verankert hat. Ein geübter Leser liest nicht mehr wie ein Grundschüler Buchstabe für Buchstabe, sondern erkennt das Wort und seine Bedeutung, welches wiederum aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen wird. Daher auch mein obenstehender Hinweis, dass es sich bei meinen Teilnehmern immer um erwachsene Personen handelt. Ein Grundschüler, sofern nicht hochbegabt, kann diesen Text noch nicht lesen. Wenn sie Kinder im Grundschulalter haben, versuchen Sie es doch einfach einmal.

Wie schaffen wir es Dinge ins Langzeitgedächtnis zu transportieren?

Üben, Üben, Üben – unser Gehirn, in dem Fall der Hippocampus, braucht und fordert Wiederholungen! Nur dann kann der Transport ins Langzeitgedächtnis funktionieren. Eine Weisheit, die jeder kennt, der schon mal Vokabeln gelernt hat. Wenn dieses Üben jetzt auch noch mit gezielter Bewegung verbunden wird, dann ist das reinster Balsam für unser Gehirn, da es unter Bewegung 70 % mehr leisten kann.

Und übrigens:

Je geübter ein Schreiber im Lesen ist, desto häufiger wird er eigene Tippfehler übersehen. Puh, da bin ich ja beruhigt.