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Rechts-Links-Schwäche

Rechts-Links-Schwäche

und was können wir dagegen tun?!

Oben und unten zu unterscheiden ist fast schon ein Kinderspiel. Mit rechts und links dagegen tun sich viele Menschen schwer.

Diesen Satz kann ich aus der Erfahrung der letzten Jahre im Gehirnfitnesstraining ohne mit der Wimper zu zucken unterschreiben. Hier dazu mein jüngstes Beispiel, das mich sehr bewegt hat:

Über das betriebliche Gesundheitsmanagement einer meiner Kunden begleite ich nun schon seit mehreren Monaten eine junge Frau, die massive Probleme mit rechts und links hat. Es war so deutlich, dass ich ihr es von Anfang an körpersprachlich schon von weitem ansehen konnte. Sie war voller Scheu, zurückhaltend und still, regelrecht angstbehaftet mit wenig Selbstbewusstsein. Angst hatte sie vor allem vor den Übungen, die da kommen würden. Klasse fand ich, dass sie trotzdem so stark war. Jede Woche stand sie tapfer bei mir gemeinsam mit ihren Kollegen, zwar schweißgebadet aber regelmäßig auf der Matte.

Privat übt sie einen Turniersport aus, bei dem man unter Druck die richtigen Anweisungen „rechts“ oder „links“ entgegennehmen muss. Hier hat sie laut eigener Aussage in der Vergangenheit regelmäßig versagt.

Woher kommt das? Und was hat die Krabbelphase damit zu tun?

Eine mögliche Erklärung dafür, dass manche Menschen rechts und links vertauschen, ist, dass sie als Baby wenig oder gar nicht gekrabbelt sind. Die Krabbelphase ist eine sehr wichtige Phase in der Entwicklung. Hier werden die rechte und linke Gehirnhälfte vernetzt und trainiert. Ein regelrechtes Feuerwerk der Neuronen entsteht.

Fehlt das, so wie bei meiner Kundin, kommt es oft zu Problemen mit rechts und links. Das ist nicht schlimm und kann auch im Erwachsenenalter noch sehr gut trainiert werden. Außer den klassischen Überkreuzbewegungen (der „Krabbelphase für Erwachsene“) habe ich eine weitere tolle Übung kreiert:

ABC-Übung – Beschreibung und Umsetzung 

Die Aufgabe besteht darin, die jeweils obere Reihe (A, B, C usw.) laut zu lesen und dabei gleichzeitig anhand der unteren Reihe die Arme zu bewegen.

Steht dort ein „L“ wird der linke Arm gehoben, bei „R“ der rechte Arm. Bei X werden die Arme vor dem Körper überkreuzt, so dass der angezeigte „Buchstaben-Arm“ oben ist.

Steigerung des Schwierigkeitsgrads:

  • Statt der Reihen die Spalten senkrecht laut lesen und die Arme dazu bewegen
  • das ABC rückwärts laut lesen und die Arme dazu bewegen
  • die Übung unter selbst vorgegebener Zeit durchführen

Was es sonst noch zu sagen gibt – einem Mythos auf der Spur oder: Haben Frauen tatsächlich mehr Schwierigkeiten mit rechts und links als Männer?

Wissenschaftler konnten bisher keinen eindeutigen Befund vorweisen. Bei einem Rechts-Links-Test mit Studenten der medizinischen Fakultät der Queen’s University in Belfast lösten Männer 82 % der Fragen richtig, Frauen 78 % – kein großes Gefälle also. In anderen Studien lagen Frauen und Männer gleichauf.

Auch das kann ich aus meiner Praxiserfahrung nur bestätigen! Ich kann keine großen Unterschiede bei den verschiedenen Geschlechtern feststellen. Frauen verwechseln rechts und links nicht häufiger als Männer. Jedoch zweifeln sie eher als Männer an ihrer Rechts-Links-Sicherheit! Möglich, dass sie durch diese Selbstzweifel tatsächlich häufiger die Richtung verwechseln – hier wären wir dann bei der selbsterfüllenden Prophezeiung.

Fazit

Ich freue mich darüber, dass ich jede Woche erleben darf wie sich meine Teilnehmerin immer mehr zum „stolzen Schwan“ entwickelt. Das ist toll und ich freue mich schon gemeinsam mit ihr auf ihr nächstes wichtiges Turnier.

Und das Beste ist… sie freut sich auch!