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Alter Mann schaut nach oben

Wider das Vergessen – wie wir der Demenz präventiv begegnen können

Heute freue ich mich über einen Gastbeitrag von Stefanie Kübrich, die von der ersten Minute bei der Entwicklung meines Konzeptes dabei war.

Demenz ist ein immer größer werdendes Thema, mit dem wir bei unseren Seminaren und Workshops dauerhaft konfrontiert werden und die Teilnehmer neugierig fragen: „Hilft das Konzept auch gegen Demenz?“ Oder „Kann ich da zu Hause mit meinen Eltern solche Übungen machen?“
Unsere Antwort ist immer „Ja“ und, das ist das Schöne, wir können präventiv daran arbeiten ein Leben lang geistig fit zu bleiben. Danke Stefanie, für deinen Beitrag von der spannenden Nonnenstudie.

„Alice, beantworte folgende Fragen:

Welchen Monat haben wir?
Wo wohnst du?
Wo ist dein Büro?
Wann ist Annas Geburtstag?
Wie viele Kinder hast du?“

Das sind die Testfragen, die sich Alice, Professorin für Psychologie an der Harvard-Universität im Buch „Still Alice“ von Lisa Genova jeden Tag aufs Neue stellt. Sie erkrankt an Alzheimer, verliert nach und nach ihr Gedächtnis und die Erinnerung nicht nur an Dinge aus ihrem alltäglichen Leben sondern letztendlich auch an ihren Ehemann und ihre Kinder. Eine erschreckende Vorstellung, die jedoch sehr viele Menschen in Deutschland und weltweit betrifft. 46,8 Millionen der Menschen weltweit erkranken jedes Jahr an Demenz. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Allein 1,2 Millionen Menschen Alzheimer-Patienten leben in Deutschland.

Den meisten von behagt die Vorstellung alt zu werden vermutlich nicht sehr. Und wenn schon alt, dann wenigstens geistig und körperlich fit! Das Schreckgespenst Demenz ist dabei eine Bedrohung der wir mehr oder weniger hilflos gegenüberstehen. In einem Blogbeitrag von Heidrun Link vor einiger Zeit war schon einmal etwas über die drei Erfolgsfaktoren für geistige Fitness ein Leben lang zu lesen, erinnern Sie sich?

  • Geistige Aktivität
  • Körperliche Fitness
  • Soziale Kontakte

sind essentiell um das Gehirn bis ins hohe Alter gesund zu erhalten.

Wie diese drei Komponenten zusammenspielen und so auch Alzheimer präventiv entgegen wirken können zeigt eindrucksvoll die sogenannte „Nonnenstudie“ von Dr. David A. Snowdon an der University of Minnesota. Im Jahr 1986 begann der Epidemiologe die bis heute andauernde Studie mit 678 Nonnen aus dem Konvent der „School Sisters of Notre Dame“. Er stellte fest, dass diejenigen, die bis zu ihrem Tod geistig fit waren, während ihres Lebens sowohl geistig als auch körperlich sehr aktiv waren. Und durch das enge Zusammenleben im Konvent war auch die soziale Komponente erfüllt.

Untersuchungen der Gehirne nach dem Tod der Nonnen zeigten Erstaunliches:

Obwohl in manchen Gehirnen die für Alzheimer typischen Plaque-Ablagerungen sichtbar waren, hatten diese Nonnen bei Gedächtnistests bis zum Schluss deutlich besser abgeschnitten als man bei Alzheimerpatienten erwarten würde.

Einer der Gründe hierfür liegt lt. David Snowdon in der Beschäftigung der Nonnen mit geistigen Tätigkeiten wie Tagebuch schreiben, regelmäßig Zeitung und Bücher lesen und dem Unterrichten von Kindern.

Viele der Nonnen sind zeit ihres Lebens auch körperlich aktiv: Sie arbeiten im Garten, gehen bis ins hohe Alter spazieren oder sogar joggen! Eine der Nonnen sagte auf Nachfrage, dass sie mit 70 Jahren angefangen habe mehrere Kilometer täglich zu laufen – was nicht nur der körperlichen Fitness sondern auch dem Gehirn zuträglich ist, da so mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt und Stresshormone abgebaut werden.

Fazit:
Wer von uns Alzheimer bekommt und wer nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Eine Garantie dafür, dass uns die Krankheit erspart bleibt gibt uns leider keiner. Wir können aber viel dafür tun, um geistig fit zu bleiben wie Schwester Matthia Gores, die bis zu ihrem 105. Geburtstag noch jeden Tag ein Paar Handschuhe für die Armen strickte!

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